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Förderverein Dom und Domschatz zu Halberstadt e.V.
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Das neuste Projekt, welches mit der Unterstützung des Domvereins realisiert wird:

Sonderausstellung 2018 im Jubiläumsjahr der Neueröffnung der Domschatzes (2008) und 25 Jahre STRASSE DER ROMANIK

"WHO THE F*** IS LUTHER?

Der Kompromiss des Halberstädter Domkapitels in der Reformation"

Vom 13.04.2018 bis zum 31.10.2018 zeigt der Domschatz Halberstadt eine Sonderausstellung mit dem Titel "WHO THE F*** IS LUTHER? Der Kompromiss des Halberstädter Domkapitels in der Reformation".

"Wer zum Teufel ist Luther?", müssen sich die Halberstädter Domherren in Halberstadt gedacht haben. Sie lebten zwar im Kernland der Reformation, vom evangelischen Glauben wollten sie aber lange nichts wissen. Es scheint, als ob sie Luthers Lehren einfach ignorierten. Die Ausstellung erzählt die ungewöhnliche Geschichte, wie die Reformation am Dom zu Halberstadt eingeführt wurde. Das Domkapitel wurde nämlich nicht geschlossen evangelisch, sondern gemischtkonfessionell und es feierte gemeinsam das Stundengebet - eine historisch einmalige Situation.

Halberstadts evangelisch gesinnter Bischof Heinrich Julius von Braunschweig ging die Reformation in seiner Rede an die Domherren am 23. Februar 1591 behutsam an. Er betrachte es als seine Pflicht, seine Schäflein dem rechten Glauben zuzuführen. Dazu müsse mit einigen Bräuchen wie der Anrufung der Heiligen und der Hostienverehrung gebrochen werden. Er wolle jedoch nur abschaffen, was nicht in der Heiligen Schrift begründet sei. Heinrich Julius stellte den Domherren frei, privat am katholischen Glauben festzuhalten. So blieben bis zur Säkularisierung des Domstifts 1810 vier der bis zu 20 Domherren katholisch.

Der Bischof legte fest, dass die Menschen ab sofort die Predigt hören und das Abendmahl in beiderlei Gestalt am Dom empfangen. Alle Domherren sollten weiterhin das gemeinsame, vom katholischen Heiligenkult gereinigte, Chorgebet pflegen. Am 21. September 1591 hielt Martin Mirus die erste evangelische Predigt am Dom. Auch er ging behutsam vor. Er betonte, dass er nicht wie die Calvinisten alles über den Haufen werfen, sondern lediglich Missstände in der Kirche beseitigen wolle. Die Heiligen verdienten weiterhin Ehrung, jedoch keine Verehrung. Auch ihre Leiber, die Reliquien, sollten unangetastet bleiben. Diese moderate Haltung ermöglichte die Bewahrung des Halberstädter Domschatzes. Er blieb von größeren Verlusten und Verkäufen der materiell wertvollsten Reliquiare verschont, auch die liturgische Kleidung ist in einem sehr hohen Umfang erhalten. Heute gehört er zu den umfangreichsten Kirchenschätzen Europas.

Wie die Reformation am Halberstädter Dom kommt die Ausstellung mit einer zeitlichen Verzögerung, ein Jahr nach dem großen Reformationsjubiläum. Dass hier eine besonders friedliche Reformation gelang, bezeugt unter anderem die im Dom erhaltene Kanzel, die von katholischen und evangelischen Domherren gemeinsam gestiftet wurde. Sie fanden einen einzigartigen Kompromiss, der evangelische Vorstellungen den eigenen Bedürfnissen anpasste - ganz im Sinne von "Wer zum Teufel ist (schon) Luther?". Die Ausstellung folgt neben der Geschichte dieses Kompromisses den materiellen Spuren der Reformation und des gemischtkonfessionellen Domkapitels. Dazu gehören neben der Kanzel die Gräber von im Dom bestatteten Personen. Die Stephanus-Kapelle am alten Kapitelsaal des Kreuzgangs, wo die katholisch gebliebenen Domherren die Messe feierten, wird zu besichtigen sein. Anhand der Reden von Heinrich Julius und Martin Mirus zeigt die Ausstellung, wie umsichtig die Reformation am Halberstädter Dom eingeführt wurde. Die 1591 neu geschaffene Gottesdienstordnung, die ausgestellt sein wird, lässt erkennen, wie ungewöhnlich die gemischtkonfessionelle Situation am Dom zu Halberstadt war. Es werden Exponate aus der Zeit nach der Reformation zu sehen sein, die sonst im Depot des Domschatzes lagern - liturgische Kleidung des 18. Jahrhunderts, silbernes und zinnernes Altargerät aus dem 17. Jahrhundert, mittelalterliche Handschriften mit nachreformatorischen Kommentaren und Ergänzungen. Dies alles kann mit den mittelalterlichen Schätzen des Doms verglichen werden, die ihre Existenz dem 1591 errungenen Kompromiss verdanken.

Das Halberstädter Domkapitel fand einen Sonderweg, der die Gemeinschaft trotz unterschiedlicher Konfessionen erhielt. Ausdruck des friedlichen Miteinanders war nicht zuletzt das im 16. Jahrhundert gestiftete Friedensfest. Es wurde bis 1810 gefeiert und wird seit über 10 Jahren wieder als Ökumenisches Friedensfest jedes Jahr im Dom begangen.

 

 

Kontakt:
Domschätze Halberstadt und Quedlinburg
Claudia Wyludda M.A.
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Tel. 03941 - 24 23 7
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